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Betrugsabwehr-Netzwerk
Die Detektei S.E.S ® ist Mitglied im Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband e.V.
Die Entfernung ist unwichtig, nur der erste Schritt ist wichtig
(asiatisches Sprichwort)
Auszug aus einem Artikel des Nachrichtenmagazin „Focus“ vom 29.09.2003
S U R F S P U R E N
Immer mehr Menschen geben immer mehr Informationen über sich im Web preis – meist ohne die Folgen zu bedenken.
Beate Berger* aus Leipzig suchte ein kleines Liebesabenteuer, inkognito, diskret und unverbindlich. Ihre Online-Kontaktanzeige verriet deshalb nur Vornamen, Alter, E-Mail-Adresse. Genug für Sven Heppner*, binnen zehn Minuten den Sitz ihres Arbeitgebers und die private Telefonnummer aus dem Internet zu fischen. Der neugierige Dresdner schickte lediglich eine Suchmaschine nach der angegebenen E-Mail-Anschrift auf die Pirsch. Unter den Resultaten tauchte die zwei Jahre alte Teilnehmerliste eines Seminars auf – mit Beates vollem Namen und den Arbeitsplatz-Kontaktdaten neben der bekannten E-Mail-Adresse. Auf den Web-Seiten ihres Arbeitgebers prangte gar Beates Foto, und in der Internet-Ausgabe des Telefonbuchs war ihr Privatanschluss schnell gefunden. Als Sven Heppner bei der 49-Jährigen zu Hause anrief, war sie schockiert: „Ein anderer Datenspion hätte mir vielleicht vor meiner Wohnung aufgelauert.“
Viele unbescholtene Surfer ziehen breite Datenspuren, ohne es zu wissen. Arglos äußern sich brave Bürger unter ihrer beruflich oder privat genutzten E-Mail-Adresse in Diskussionsforen oder verewigen sich in Gästebüchern; Vereinsergebnislisten, Mitgliederverzeichnisse oder Schnappschüsse in Fotoalben liefern Einblicke in die Privatsphäre. Persönliche Macken und Schwächen verraten die von wohlmeinenden Studienkameraden ins Web gestellten Abschlusszeitungen und selbst die individuellen Wunschlisten von Amazon geben private Interessen preis, frei abrufbar auf den Web-Seiten des Internet-Buchhändlers.
Online-Späher wie Dirk Brückmann von der Wuppertaler Detektei S.E.S profitieren von solchen elektronischen Fingerabdrücken. Mit Geschick bastelt der auf Internet-Fahndung spezialisierte Ermittler die Puzzleteile zu Personenprofilen zusammen. „Nur in 20 Prozent meiner Fälle laufen Netz-Recherchen komplett ins Leere“, behauptet Brückmann. Wer zum Beispiel die Karriereleiter erklimmen will, sollte sich über seine Datenspuren Gedanken machen. Denn für Arbeitgeber ist das Internet eine wahre Fundgrube, Jobanwärter beim Schwindeln zu ertappen. „Eine Online-Recherche durch unsere Personalreferenten wäre bei Bewerbern für anspruchsvolle Positionen im Ingenieursbereich vorstellbar“, verrät Alfred Quenzler, Leiter Personalmarketing bei der Audi AG. „Die Recherche darf sich aber nur auf die fachliche Eignung beziehen.“
*Name wurden von der Redaktion geändert
Mit freundlicher Genehmigung von:
© Cathrin Günzel