Wir sind Mitglied im
Betrugsabwehr-Netzwerk

 

Die Detektei S.E.S ® ist Mitglied im Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband e.V.

 

Drucken  Diese Seite drucken

 


Sprichwort der Woche

Die Entfernung ist unwichtig, nur der erste Schritt ist wichtig
(asiatisches Sprichwort)

 

 

Diese Seite bookmarken

del.icio.us digg.com google.com Mister Wong Technorati YiggIt

Verleumdung

Roland G. wusste, wie er seinem Nachbarn einen auswischen konnte. Auf das Geflüster in der Nachbarschaft hatte man sich immer verlassen können, und auch in der Firma sollte die Neuigkeit bald rum sein. „Wusstest du schon?“, fragte den erstbesten, den er auf der Straße traf. „Gegen Peter B. wird wegen Kindesmissbrauchs ermittelt.“ Auch er selbst habe es heute Morgen erst erfahren – beim Bäcker habe man darüber gesprochen. Und in der Firma nahm Roland G. einen Kollegen zur Seite. „Sag’s niemandem. Aber ich habe es heute auf der Straße gehört: Den Peter haben sie wegen Kindesmissbrauchs hochgenommen. Der Staatsanwalt ermittelt.“

 

Von all dem Gerede bemerkte Peter B. nichts. Dass Roland G. nicht mehr mit ihm sprach, dass war er ja gewohnt, seitdem sie sich so richtig in die Haare bekommen hatten. Aber plötzlich schienen ihn auch andere zu meiden. Eines Abends flog bei Peter B. ein Ei an die Scheibe. Der Ruf „Kinderschänder!“, der aus  der Dunkelheit erklang, ließ erstmals den Verdacht aufkommen, dass etwas ganz gewaltig stank. Doch es dauerte nicht lang, da schlug die Zurückhaltung Peter B. gegenüber in unverkennbar offenen Hass um. „Haben sie Dich endlich gekriegt, du Kinderschänder?“, fragte man ihn auf offener Straße.

 

Am selben Tag zitierte ihn der Chef in sein Büro. Ob die Anschuldigungen der Wahrheit entsprächen, fragte er. Peter B. wies die Gerüchte über ein angebliches Ermittlungsverfahren zurück. Und auch die Staatsanwaltschaft versicherte dem Chef: Gegen Peter B. liegt nichts vor. Doch das nützte nichts. Das Gerücht war um, und der Versuch, es zu entkräften, erwies sich als sinnlos. Irgendetwas, so der Glaube in Firma und Nachbarschaft, werde schon dran sein. Sonst würde man so etwas ja nicht erzählen. Verleumdung. So heißt im Strafgesetzbuch die Tat, die Existenzen binnen Tagen vernichten kann. Wer Unwahres über einen anderen verbreitet und genau weiß, dass er lügt, macht sich Strafbar.

 

Das nachzuweisen, ist häufig schwierig, für Betroffene selbst fast unmöglich. Wer einer Straftat bezichtigt wird, hat schnell keinen guten Leumund mehr und kann nicht darauf bauen, dass ihm irgendwer sagt, wer die Nachricht verbreitet hat. „Solche Fälle nehmen wir sehr ernst“, sagt ein Sprecher der Detektei S.E.S. Denn er weiß, wie wichtig es ist, den guten Ruf schnellstmöglich wieder herzustellen. „Das geht häufig nur, indem derjenige, der die falsche Information verbreitet hat, von einem Gericht wegen Verleumdung verurteilt und die Unwahrheit in der Aussage offiziell festgestellt wird.“