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Betrugsabwehr-Netzwerk
Die Detektei S.E.S ® ist Mitglied im Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband e.V.
Die Entfernung ist unwichtig, nur der erste Schritt ist wichtig
(asiatisches Sprichwort)
Darmstadt. Als Karl M. die Tür zur Dachgeschosswohnung in seinem Mehrfamilienhaus an der Hauptstraße aufschloss, traute er seinen Augen nicht. Überall im Flur lag Papier herum, stapelten sich alte Zeitungen neben durchgebrochenen Regalbrettern, der Teppich war halb herausgerissen und an den Tapeten hafteten Flecken irgendeiner braunen Flüssigkeit. Aufgerissene blaue Säcke stapelten sich in der Ecke, es stank nach Müll und Schimmel. Und auch in den anderen Räumen sah es nicht besser aus: Abfall, wohin Karl M. blickte, geöffnete Türen verramschter Schränke, ein zerrissenes Sofa, dreckige Bettwäsche. Nicht zu überbieten war allerdings die Küche. Auch dort stand Tüten mit Müll herum, aufgeplatzte Beutel zum Teil, vertrocknete Essensreste auf dem Kühlschrank waren mit einer Schimmelschicht überdeckt, jemand hatte alte Kaffeefilter gegen die Wände geworfen. Der Vermieter war geschockt.
Vor einer Woche etwa hatten Nachbarn gemerkt, dass es leise geworden war in der Vier-Zimmer-Wohnung. Nichts mehr war zu hören von den beiden Kindern, Vater und Mutter war man schon lange nicht mehr im Treppenhaus begegnet. Nun sah Karl M. warum: Die Familie hatte sich heimlich aus dem Staub gemacht und die Wohnung im Chaos hinterlassen.
Er hätte es ahnen müssen. Denn schon nach der ersten Monatsmiete kam kein Geld mehr. Immer wieder hatte der arbeitslose Vater seinen Vermieter vertröstet, doch mit der Zeit standen vier Mietzahlungen komplett aus. Karl M. hatte schon nach dem dritten Verzug die Kündigung geschrieben, doch so einfach war die Familie mit Kindern nicht rauszukriegen. Und nun war sie einfach weg.
Karl M. aber wollte nicht auf seinen Ausständen sitzen bleiben. Schließlich hatte er nicht nur ein Anrecht auf die Miete, die er vom Gerichtsvollzieher würde eintreiben, wenn nötig die Familie auch pfänden lassen. Er wollte auch, dass sie die Wohnung in Ordnung brachten. Doch dazu musste er die Familie erstmal finden. Viel Zeit konnte er darauf nicht verwenden, denn die Wohnung sollte schnell weitervermietet werden. Eine langfristige Suche nach den Mietnomaden, Auskunftsersuchen beim Einwohnermeldeamt stellen, einen Anwalt beauftragen, der dann Schreiben mit Zwei-Wochen-Frist an die Familie schicken würde, kam deshalb schon gar nicht infrage. Karl M. brauchte jemanden, der schnell und effektiv in seinem Sinne arbeitete.
Eine Detektei. Ein geschulter Detektiv würde die säumigen Schuldner in Kürze ausfindig machen. Wahrscheinlich würde er auch herausfinden, wo es bei der Familie noch etwas zu holen gibt. Dann könnte Karl M. sofort weitere Maßnahmen veranlassen. Würde der Ermittler herausfinden, dass die Familie zuvor schon einmal in eine Wohnung eingezogen in de Absicht, keine Miete zu zahlen, käme auch eine Strafanzeige in Betracht. Eingehungsbetrug – darauf standen bis zu fünf Jahre Haft oder Geldstrafe. Das würde seinen Anspruch untermauern und dem flüchtigen Mieter eine ordentliche Abrechnung verpassen.